01.07.2018 – Buchempfehlung für ERWACHSENE: “Keyserlings Geheimnis” von Klaus Modick (Roman)

Eduard von Keyserling – Außenseiter, adeliger Dandy, Dichter von europäischem Rang. Klaus Modick erzählt in seinem neuen Roman von Liebe und Verrat und von einem Schriftsteller, den die Vergangenheit einholt. Im Jahr 1901 lädt der Dramatiker Max Halbe einige seiner Schwabinger Freunde ein, die Sommerfrische am Starnberger See zu verbringen. Keyserling, arriviert beim Publikum und unter den Kollegen beliebt, sitzt dort in jenen Tagen dem Maler Lovis Corinth Modell. Das legendäre Porträt wird den von der Syphilis gezeichneten Autor in geradezu faszinierender Hässlichkeit zeigen. Während ihrer Sitzungen erkundigt sich Corinth wiederholt nach der Vergangenheit des baltischen Grafen, nach seiner Jugend und Studentenzeit, um die sich Gerüchte ranken, bekommt jedoch nur ausweichende Antworten. Bei einem Konzertbesuch mit Frank Wedekind begegnet Keyserling einer Sängerin, die ihm trotz des unbekannten Namens merkwürdig vertraut erscheint. Handelt es sich womöglich um jene Frau, die ihn vor mehr als zwanzig Jahren in den Skandal verwickelte, der ihn zur Flucht nach Wien zwang und in Adelskreisen zur Persona non grata werden ließ? Nach seinem Bestseller »Konzert ohne Dichter« gelingt Klaus Modick erneut ein unvergesslicher Künstlerroman. Ironisch, atmosphärisch, klug und spannend.

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Neugierig geworden? Was hat dieser Keyserling eigentlich geschrieben? Sein Roman “Wellen” um Liebe, Gesellschaft, Ehe und Seitensprung – zeitlose Konstellationen, in denen sich die weiblichen Haupt- und skurrilen Nebenfiguren bewegen. Mit herrlichen Dialogen der urlaubenden feinen Herrschaften und der Fischer vor Ort, dem Meer, das sich immer wandelt – und mit einem dramatisch unerwarteten Schluss.
Der Text wurde anhand der Erstausgabe neu ediert, französische und historische Begriffe werden im Anhang knapp erläutert. In ihrem Nachwort gelingt es Gabriele Radecke u.a., den Handlungsort des Romans erstmals genau zu identifizieren.