Dezember 2016 – Susan A. Manolis – hat ihren Master of Science in Physical Therapy an der Columbia University, NY gemacht und lebt heute mit ihrer Familie in Chicago, IL

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Susan A. Manolis – die Ehefrau und Mutter zweier Töchter könnte man als Paradebild einer  lebensfrohen und stolzen Amerikanerin bezeichnen.  Sie – die Europa, seine Geschichte und Kultur unendlich schätzt, viel gereist ist, im Ausland zur Schule ging und immer wiederkehrt; sei es in die Schweiz, nach Italien, Griechenland oder Deutschland – ist eine leidenschaftliche Patriotin. Manolis möchte da wo immer sie gerade lebt, stets etwas ein Stückchen besser machen und sie möchte (sich und andere) erinnern. Vergangenes bewahren und weitegeben im Zeichen der Zeit, das ist ein großes Thema für sie. Eine zweite große Leidenschaft die sie nicht erst an der Columbia University, NY etablierte war das Tanzen. Fred Astaire hätte Ginger Rogers ganz sicher gegen sie getauscht. Unglaublich wie viel Kenntnisse sie über die goldene  Zeit des amerikanischen Films in den dreißiger Jahren mitbringt. Kein Wunder das es sie da bei einer Max Raabe Aufführung im Wintergarten Varietè in Berlin kaum auf dem Sitz hielt. Tanzen ist Leben; im Hier und Jetzt. „Literatur ist für mich dagegen der Stoff aus dem meine Träume, Wünsche und Sehnsüchte sind“, sagt sie strahlend. „Und es bereitet mir noch größeres Vergnügen diese Welt von einst nun mit meinen Töchtern nochmals zu durchleben und mit ihnen zu teilen.“

Nancy Drew – Komplette Serie

nancy-drewnancy-drew-1Ganz gleich an welches Jugendbuch ich mich erinnere, an Nancy Drew komme ich nicht vorbei. Sie ist eine Kulturikone in den USA. Ich liebte diese Serie. Natürlich ist das nicht überwältigende, einmalig-große Literatur. Aber ich liebte dieses fundamentale Vorbild einer für mich bewundernswerten, amerikanischen, jungen Frau; die sich stets behauptete, einfallsreich, intelligent und abenteuerlich war und immer mit gebührendem Respekt und Anstand ihre großartigen Abenteuer meisterte. Die Originale wurden in den dreißiger Jahren veröffentlicht, waren länger, sprachlich etwas anspruchsvoller und mit einer oft malerischen Prosa. Die heutigen Ausgaben, Neuauflagen sind da dem (sprachlichen) Zeitgeist angepasst aber immer noch schön zu lesen. Damals enthielten die Bücher für mich so viel realitätsnahe Abenteuer, so dass ich beispielsweise zwei Hotels die in den Büchern vorkamen unbedingt besuchen musste. „The Halekulani“ in Hawaii und das „The Peninsula“ in Hong Kong.  Ehrlich gesagt mein Wunsch Hong Kong zu sehen kam allein durch „The mystery of the fire dragon“. Wenn das nicht große Abenteuerliteratur ist! Heute lese ich diese Bücher mit meiner ältesten Tochter und wir „reisen“ nochmals begeistert und zusammen auf den Spuren dieser bemerkenswerten Detektivin. (Anmerkung KLR: Nancy Drew ist der Name der Titelheldin der gleichnamigen Buchserie für Mädchen. Erschaffen wurde die Figur von Edward Stratemeyer in den dreißiger Jahren, später wurde sie von Mildred Wirt Benson, Carolyn Keene weitergeschrieben, ein weiterer Autor der späteren Serie war auch Walter Karig.  Die ursprünglichste Serie Nancy Drew Mystery Stories, die in 175 Ausgaben von 1930 bis 2003 erschien wurde in mehrere Sprachen übersetzt und wurde über 80 Millionen Mal verkauft.)

William Makepeace Thackeray – Vanity Fair

vanity-fairthackerayvanity-fair-2Dieses Buch bekam ich mit 11 Jahren geschenkt. Bis heute kann ich mich, obwohl ich das Buch keinesfalls wieder und wieder gelesen habe, wörtlich erinnern und habe manche Szene bildlich bis heute vor Augen. Allein Thackerays  Todestag am 24. Dezember (1863) ist nahezu prosaisch. Der Roman ist im vorviktorianischen und vorindustriellen England angesiedelt und spielt in London. Vanity Fair (dt.: „Jahrmarkt der Eitelkeiten“) könnte man auch als historischen Roman bezeichnen, jedoch wird das dem Werk nicht wirklich gerecht. Denn das Hauptaugenmerk Thackerays ist die ironische Durchleuchtung typischer Gesellschaftsmechanismen; das Spiel der Figuren um Geld, Prestige, Vergnügen und Liebe steht hier im Focus. Für mich ein Meisterstück von Charakteranalysen vor historisch aufregenden Zeiten. Faszinierend  war und ist für mich die wunderbare Sprache dieser Zeit, durch die ein facettenreiches Bild, durch alle sozialen Klassen der Londoner Gesellschaft zu Anfang des 19. Jahrhunderts entsteht. Die präzise Darstellung seiner Figuren und ihrer Charaktere ist einmalig. Jeden Roman Thackerays würde ich aber genauso emphatisch und begeistert weiterempfehlen. Ganz großartige Literatur!  (Anmerkung KLR:  Neben Charles Dickens und George Eliot gilt William Makepeace Thackeray als bedeutendster englischsprachiger Romancier. 2004 wurde der Roman, in der Hauptrolle mit Reese Witherspoon verfilmt.)

Jane Austen Sense and Sensibility

sense-and-sensibilitysense-dvdaustenEs fällt mir unheimlich schwer ein einziges Buch von Jane Austen auszuwählen, aber sollte ich ein erstes Buch dieser Autorin nennen so würde ich wahrscheinlich stets „Sense and Sensibility“ (dt.: „Verstand und Gefühl“) zuerst wählen. Die Gesamtausgabe ihrer Werke schenkte man mir übrigens mit 12 Jahren zu Weihnachten und so unwahrscheinlich es auch klingen mag; in zwei Wochen hatte ich alle Bücher durch gelesen. Ich war begeistert von der wunderbaren, poetischen Sprache einer Zeit in der ich gerne gelebt hätte, die mir nur aus Leben, Liebe und Freundschaft  zu bestehen schien. Ich war berührt von den großen Gefühlen und Werten einer vergangenen Zeit, wenn man bedenkt das die noch nicht zwanzigjährige Autorin diesen Roman bereits 1795 verfasste aber erst gut fünfzehn Jahre später veröffentlichte, erschien mir mein damaliger Alltag doch relativ unspektakulär. Für mich bis heute ein Meilenstein in der (Frauen-)Literatur.  (Anmerkung KLR: Bedenkt man das Jane Austen nur gut vierzig Jahre alte wurde, nie heiratete und all diese hochemotionalen Bücher in einem kleinen Landhaus, dass ihr Bruder  ihr in Chawton/Southampton zur Verfügung stellte, schrieb -in dem sich heute ein kleines Jane-Austen-Museum befindet- ist allein diese Tatsache schon bemerkenswert. Ab 2017, so teilte die Bank of England mit, wird ein Porträt von Jane Austen auf der 10-Pfund-Note zu finden sein. Zahlreiche Werke Austens sind bereits verfilmt wurden u.a. auch 1995 „Sense and Sensibility“ in den Hauptrollen mit Emma Thompson, Kate Winslet, Hugh Grant, Alan Rickman)

Dorothy L. Sayers – Strong Poison

dorothysayers-buchdorthy-l-sayersDa ich Bücher-Serien ebenso mag wie das Genre von Detektiv- und Mystery-Romanen wählte ich „Strong Poison“ (dt.: „Geheimnisvolles Gift“) von Dorothy Leigh Sayers (sie bestand allerdings auf das „L.“). Wenn ich einen Autor mag, lese ich meistens alles von ihm. Sayers gilt als christliche Humanistin und war eine scharfsinnige und einfühlsame englische Kriminalautorin. Die Milieuschilderungen der 1920er- und 1930er-Jahre haben mich natürlich fasziniert. Ihre Lord-Peter-Wilmsey-Romane begründeten ihren Ruf als „British Crime Lady“ und sind heute klassische Detektivgeschichten die die BBC zu Beginn der 1970er Jahre verfilmte und somit einem weiten Lesekreis erneut bekannt machte. Wer Krimis mag, kommt an ihr nicht vorbei. (Anmerkung KLR: Zahlreiche Romane Sayers sind im Rowohlt Verlag erschienen und natürlich gibt es die BBC Verfilmungen auch auf DVD wie beispielsweise „Strong Poison“ mit Edward Petherbridge in der  Hauptrolle.)

William Shakespeare – Anthony and Cleopatra

anthonyshakespearekleopatraUm mit meinen anglophilen Themen weiterzumachen, brauche ich nicht viel sagen. Er – dessen Komödien und Tragödien zu den meist aufgeführten und verfilmten Bühnenstücken der Weltliteratur gehören – gilt zurecht als bedeutendster Dichter der Literatur. Seine Sprache ist das bemerkenswerteste und wunderbarste die ich bis jetzt gelesen habe. Sein Sprachniveau, sein umfangreicher Wortschatz, seine stilistische Vielfalt und seine Bildersprache (imagery) sind einmalig. Ich hatte das Privileg Shakespeare an der Columbia University durch einen der bekanntesten Historiker & Autoren;  Prof. Dr. Edward Tayler lesen und studieren zu können, einer meiner schönsten und wichtigsten Studienerfahrungen dieser Zeit.  Anthony and Cleopatra (dt.: „Antonius und Kleopatra“) – das Theaterstück handelt von der Liebe und dem tragischen Schicksal des römischen Generals Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra. Das mit 3000 Zeilen und 40 Szenen umfangreiche und komplexe Werk konnte meist nur in stark gekürzter Form aufgeführt werden. Es hat alles was eine Shakespeare Tragödie braucht und es ist bis heute herzzerbrechend wenn Antonius sich in sein Schwert stürzt  mit den Worten: „The long day’s task is done, and we must sleep“ und dann erfährt das Kleopatra noch lebt und darauf  befiehlt seinen Körper zu ihr zu tragen. Die beiden küssen sich ein letztes Mal, Antonius stirbt und bevor Kleopatra als Gefangene nach Rom gebracht wird, lässt sie sich einen Korb mit Giftschlangen bringen und drückt diese an Brust und Arm und stirbt ebenfalls. Großartig! (Anmerkung KLR: Dieses Stück wird bis heute selten gespielt, erst Anfang des 19. Jahrhunderts gab es zeitgleich in England und Deutschland textnahe Aufführungen. Stattdessen wurde der Stoff mehrfach als Serie verfilmt z.B. 2011 mit Charlton Heston und Hildegard Neil)

Charlotte Brontë – Jane Eyre

jane-eyrejane-austen-ajane-dvdEigentlich habe ich das Buch gelesen weil es das Lieblingsbuch meiner Mutter war. Denn die Welt der Brontë Schwestern war mir oft zu traurig, zu dunkel, zu melodramatisch für meine (damalige) Empfindungswelt. Auch ein Klassiker der viktorianischen Romanliteratur des 19. Jahrhunderts, ja aber dennoch berührt er bis heute und prüft bei den Protagonisten Charakterzüge wie Treue, Loyalität, Vergebung und Wahrheit aufs härteste. Die Aussagen und Fragen dieses Romans werden mit einem großartigen Happy End beantwortet; Jane und Mr. Rochester  finden zueinander und Janes lange Suche nach Liebe und dem Gefühl der Zugehörigkeit wird sich erfüllen. Ein Buch, wie ich heute weiß, dass man von Generation zu Genration weiterreicht da es von hochaktuellen Themen wie: Religion, die Beziehung zwischen sozialen Klassen und den Geschlechtern handelt und natürlich von Liebe und Verantwortung für das eigene Leben – dem ewigen Konflikt zwischen persönlicher Integrität und dem Verlangen, die Wünsche (geliebter) Menschen zu erfüllen. (Anmerkung KLR: 1847 zählte der Roman „Jane Eyre“ [unter dem Pseudonym Currer Bell geschrieben]  neben „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ von Thackeray, „Dombey und Sohn“ von Dickens und dem Roman ihrer Schwester Emily Brontë „Sturmhöhe“ zur literarischen Sensation des Jahres. Thackeray war es übrigens der Brontë davon überzeugte sich von ihrem Pseudonym zu trennen. Erwähnenswert ist auch die großartige Verfilmung von 2011 mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender in den Hauptrollen.)