Bodo Kirchhoff ist Gewinner des Deutschen Buchpreises 2016

Bodo Kirchhoff: Verlangen und Melancholi
Bodo Kirchhoff _ Foto  Laura J. Gerlach

Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2016 ist Bodo Kirchhoff mit “Widerfahrnis” (FVA). Eine Liebesgeschichte, verwoben mit der aktuellen Flüchtlingssituation.  Ein Frankfurter triumphiert in Frankfurt; Bodo Kirchhoff, der seit über 40 Jahren in der hessischen Metropole lebt, hat im Frankfurter Römer den Deutschen Buchpreis für seine Novelle “Widerfahrnis” erhalten. “Es ist wunderbar, dass ich hier stehen kann“, sagte Kirchhoff in seiner Dankesrede. Bodo Kirchhoff war bei der ersten Verleihung des Deutschen Buchpreises in der Jury, auch für die Longlist war er schon nominiert. Er habe schon zweimal daran gedacht, gestand Kirchhoff auf dem Podium. Erfolge der Frankfurter Eintracht hätten ihn diesmal an den Preisgewinn glauben lassen. Der Jurysprecher Christoph Schröder sagte bei der Verleihung, man habe sich auf Marcel Reich-Ranickis Definition bezogen: Jedes erzählerische Werk von über 200 Seiten sei für ihn ein Roman. Das Buch erzählt die Geschichte zweier älterer Menschen, die ihr aktives Berufsleben schon hinter sich gelassen haben. Eines Nachts reisen sie gemeinsam los, über die Alpen, durch Italien, bis nach Sizilien. Nach und nach keimt eine Liebe zwischen dem Ex-Kleinverleger und der einstigen Hutverkäuferin auf – zugleich gerät aber, erst am Rande, dann ganz direkt, die Flüchtlingssituation in Europa in den Blick. Kirchhoff setzte sich gegen fünf weitere Shortlist Kandidaten durch. Weiterlesen

08.11.2016 – LESESALON liest außerdem Leon, Yates & Kubiczek

Donna LeonDonna Leon – Brunettis Bravourstück. Das 25ste! Der Commissario ermittelt in den Tiefen der Erinnerung: Contessa Lando-Continui möchte ihren Frieden finden, doch der tragische Sturz ihrer Enkelin in den Canale di San Boldo lässt ihr keine Ruhe. Was, wenn es kein Unfall war? Brunetti nutzt seine Connections, seine Einfühlung und seine Erfahrung. Der Jubiläumsfall. Brunettis Mittel zum Ertragen der hässlichen Seite des Lebens sind die Familie, die Architektur Venedigs und die Klassiker der Antike. Diesmal befasst er sich mit »Argonautica« von Apollonius von Rhodos, der ihm ein Maß für Menschlichkeit vermittelt: Liebe übertrumpft Prinzip. Ewige Jugend ist ein intelligenter, leiser Roman über das tragische Schicksal einer wunderschönen Frau und die hässliche Niedertracht eines kleinen Mannes, tiefgründig und empathisch, stark in den Dialogen und der Psychologie. (Diogenes) Weiterlesen